Artisten (Variété-Probe)
Nähende (Siddi im Atelier)

Erich Heckel

Artisten (Variété-Probe)

Um 1910
Bleistift und farbige Kreide auf Velin
14,5 x 11,5 cm


Die unkonventionelle Erlebniswelt der Artisten ist für Heckel und seine Weggefährten immer wieder ein fesselndes Thema und Inspirationsquelle. Sie sind fasziniert von der Kühnheit und Schöpferkraft des Menschen und seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten – Eigenschaften, die sie auch für sich selbst in Anspruch nehmen. Eine Serie derartiger Motive findet sich bei Heckel besonders in den Jahren 1909–1914.

Erich Heckel

Nähende (Siddi im Atelier)

1911
Bleistift auf chamoisfarbenem, festem Velin
24,1 x 18,8 cm


Die Arbeit ist im Archiv der Erich-Heckel-Stiftung, Hemmenhofen, registriert.

Über Erich Heckel

Geboren: 1883 in Döbeln/Sachsen
Gestorben: 1970 in Radolfzell

Erich Heckel wird am 31. Juli 1883 in Döbeln (Sachsen) geboren. Schon in der Schulzeit lernt er Karl Schmidt-Rottluff (1884 – 1976) kennen, mit dem er sich anfreundet. Im Jahr 1904 tritt Heckel ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule Dresden an, anschließend, 1905, gründet er gemeinsam mit Kirchner, Bleyl und Schmidt-Rottluff die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“.
Heckel bricht das Studium und seine Arbeit als Bauaufseher ab, um sich nur noch der Graphik und Malerei zu widmen. Ab 1907 verbringt Erich Heckel die Sommermonate gemeinsam mit Schmidt-Rottluff in Dangast an der Nordsee und 1909 bzw. 1910 mit Kirchner und Max Pechstein an den Moritzburger Teichen nahe Dresden. 1911 folgt der Umzug der „Brücke“ nach Berlin.
Nach dessen Auflösung findet die erste Einzelausstellung Heckels bei Fritz Gurlitt in Berlin statt (1913). Ebenfalls seit diesem Jahr verbringt der Künstler die Sommer- und Herbstmonate an der Flensburger Förde.
Den Ersten Weltkrieg erlebt Heckel als Sanitäter für das Rote Kreuz in Flandern, wo er u.a. Max Beckmann kennen lernt.
Zurück in Berlin beteiligt sich Erich Heckel an Ausstellungen der sog. „Novembergruppe“ und reist zudem durch Europa.
Während der Ära der Nationalsozialisten erhält Heckel Ausstellungsverbot und seine Werke werden als „entartet“ angesehen. 729 seiner Gemälde werden aus deutschen Museen beschlagnahmt, sein Berliner Atelier 1944 bei einem Bombenanschlag zerstört. Heckel selbst flüchtet zunächst an die Flensburger Förde, wo zahlreiche Aquarelle entstehen.
Später siedelt er nach Hemmenhofen am Bodensee über und erhält von 1949 bis 1955 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Karlsruhe. Im Jahre 1955 nimmt der Künstler an der „documenta I“ in Kassel teil. Erich Heckel verstirbt am 27. Januar 1970 in Radolfzell/Bodensee.